Das Growth Gamification Manifest

Gamification hat viele 'Gesichter'. Es wird definiert als „Anwendung von Spielmechanismen in einem nicht-spielerischen Kontext“. Dies lässt fälschlicherweise vermuten, dass es darum geht klassische Spiele für den Arbeits- oder im Kundenkontext zu erfinden.

Der Begriff Gamification ist aber eher Leitbild, gar eine Hommage an das Spiel – ein Medium, das es höchst erfolgreich schafft, den Menschen emotional zu begeistern und über einen langen Zeitraum zu binden. Und es ist Sinnbild für eine Tätigkeit, die uns gewinnbringend öfters verlieren als siegen lässt. Wir glauben, dass durch Gamification der Mensch sich stetig selbst herausfordert und daran wächst und nennen unseren Ansatz deshalb „Growth Gamification“.

Intention

Wir kommunizieren all unsere Erfahrung, um die originäre Idee von Gamification im Sinne einer intrinsisch erfahrenen Motivation zu entwickeln und anwendbar zu machen. Wir entwickeln Growth Gamification durch vollkommene Transparenz unseres Tuns stetig weiter.

Wir distanzieren uns von einem extrinsischen Ansatz von Gamification, der primär darauf zielt, vorhandenen Bedingungen eine simple Spielidee überzustülpen. Auch distanzieren wir uns von den klassischen Belohnungsansätzen, die ebenfalls rein extrinsisch orientiert sind. 

Warum?

Mittlerweile fällt alles, was nur den Anschein eines spielerischen Verhaltens zeigt, unter Gamification. Zu diesen Ansätzen gehören Serious Games, Game-Based-Learning, Simulationen, Workshopspiele, Lego Serious Play, Gamification selbst und mehr.

Dieses Sammelbecken von völlig unterschiedlichen Ansätzen verwässert in unseren Augen den originären Gamification-Gedanken und nimmt ihm seine einzigartige Attraktivität.

Was?

Daher haben wir mit Growth Gamification eine Bezeichnung, die eine klar abgrenzbare Gamification-Kategorie definiert:

Growth Gamification nutzt all die Mechanismen, durch die sich intrinsisch motivierte Aktivitäten wie Spiel, Sport & Hobby auszeichnen und wendet sie auf reale Prozesse, Produkte, Programme und Interaktionen an.

Damit schaffen wir aber kein künstliches Spielumfeld, weder digital noch analog. Growth Gamification lernt vielmehr systematisch von diesen erfolgreichsten Bedingungen unter denen Menschen ihr natürliches Bestes geben, um diese auf weniger erfolgreiche (Arbeits-)Umgebungen, Produkte, Kundenerfahrungen oder Dienstleistungen zu übertragen und so ihre Attraktivität zu erhöhen.

Ziel von Growth Gamification ist es, dass Menschen – z.B. in ihrer Rolle als Mitarbeiter*in oder Kunde*in – unter diesen emotionaleren, stärker bindenden und sich selbst herausfordernden Bedingungen nicht nur ihr natürliches Bestes geben, sondern von diesem/ihrem Besten ausgehend lernen und Fortschritt erleben können. Ganz so wie im Spiel, wo er durch eben diese Bedingungen die spielerische Faszination erlebt.

Wie?

Wir wollen keine Trennung zwischen Spiel und Realität für den*die Nutzer*in. Vielmehr wollen wir mit Growth Gamification Situationen – den Alltag und das Arbeitsumfeld sowie den Umgang mit Produkten und Dienstleistungen – so gestalten, dass das natürliche intrinsische Lernverlangen eines jeden Menschen darin stetig herausgefordert wird. Denn wir glauben, dass der Mensch auf die Weise den wachsenden Herausforderungen des Lebens einfach(er) und erfolgreich(er) begegnet.  zwischen Spiel und Realitiät entstehen. 

Die 6 Basisprinzipien hinter Growth Gamification

Growth-Mindset-Prinzip

Dynamisches Selbstbild.
Keine andere Situation ist effektiver darin ein „Growth Mindset“ zu fördern. Dort gehen wir davon aus, dass wir uns immer weiterentwickeln und alles lernen können, wenn wir nur ausreichend viel Arbeit hineinstecken. „Hey, von diesem Fehler kann ich lernen." Wenn etwas schief läuft, fragen wir uns, was wir nächstes Mal besser machen können. Menschen mit dieser inneren Überzeugung lieben Herausforderungen und sehen in Misserfolgen Schritte auf ihrem Weg zum Erfolg.

Aktivitätsprinzip

Aktivitätsfokus statt Ergebnisorientierung.
Der Mensch spielt um des Spielens Willen. Es geht nicht um das Resultat, den Sieg, sondern um den Weg dorthin. Ein einfacher Sieg sorgt weniger für Motivation dranzubleiben, als ein knappes Scheitern mit dem Gefühl es schaffen zu können. Es gilt somit nicht das Resultat zu 'feiern', sondern die Aktivität selbst zu bereichern.

Systemprinzip

Content is king, but Context is god.
Unser Verhalten wird geprägt durch Rahmenbedingungen. Benutzererfahrung, und die daraus entstehenden Verhaltensweisen, sind subjektiv, ganzheitlich, emergent, situiert und dynamisch. Growth Gamification betrachtet das übergeordnete System und arbeitet mit dessen Strukturen, anstatt Spielmechanismen labormäßig auf eine Aktivität zu stülpen.

Kompetenzprinzip

"Im Spiel jagt der Mensch sein 'besseres Ich'."
Intrinsische Aktivitäten wie Spiel, Sport & Hobby zeichnen sich dadurch aus, dass sie herausfordernder werden, je besser man wird. Selbst im Hobby, wo wir es selbst sind, die die 'Regeln' bestimmen, suchen wir nach dem 'nächsten Schritt vorwärts'. Der Homo Ludens beweist es: Der Mensch hat Lust auf Leistung an der er wachsen kann.

Inherentprinzip

Inhärente fähigkeitsbasierte Herausforderungen.
Growth Gamification identifiziert Herausforderungen, die bereits in der Verfolgung der Bedürfnisse des Benutzers liegen, seinem realen Kontext, und gestaltet diese motivierend um. (siehe Sebastian Deterding, The Lens of Intrinsic Skill Atoms)

Negatives-Rückkopplungs-Prinzip

Verhaltensveränderung und intrinsische Motivation benötigen Zeit, um sich entwickeln zu können. Damit die angewendeten Growth Gamification auch dementsprechend lange bestehen können, musse die negative Rückkopplung in entsprechenden Growth Gamification Designs dominieren, wodurch bestimmte Regelgrößen laufend korrigiert und dadurch konstant gehalten werden können. Dem entgegengesetzt steht die positive Rückkopplung, die sich eigengesetzlich fortlaufen verstärkt, bis das System Gefahr läuft, zusammen zu brechen.

Leitlinien

Folgende Leitlinien dienen uns zur Orientierung und Motivation, damit unsere Vision Wirklichkeit wird:

  • Die Förderung gemeinsamer Definitionen, von verwandten Genre wie Serious Games, Game-Based-Learning, Simulationen, Gamification und mehr, die einvernehmlich und gemeinschaftlich formuliert werden, zur klaren und besseren Abgrenzung bei der Kommunikation der Themen nach außen.
  • Die Schaffung eines offenen und offiziellen Verband, zur Schaffung von Branchenstandards und Vertretung der Interessen aus der Verhaltensökonomie & Gamification auf offizieller Ebene.
  • Die transparente Bereitstellung von Wissen, Methodiken und Ressourcen für die interessierte Community, zur Verbesserung der Qualität und dem Zugang zu Informationen.

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Unterzeichnende

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